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Wozu Praxis

 

Wie geht Praxis?

Das Wesentliche beim Praktizieren ist das Entwickeln einer inneren Haltung von liebevollem Mitgefühl gegenüber allen (!) Wesen, insbesondere jenen, die uns im Alltag nicht so recht ans Herz wachsen wollen (der endlos kläffende Nachbarshund, die Gelsen an Sommerabenden oder die Kollegin, die immer alles besser weiß), sowie das zunehmend stabilere Halten einer Visualisation. Dieses möglichst klar vorgestellte Bild des Yidams - also des Meditationsobjekts, zB. der Weißen Tara - prägt sich den Übenden mit fortschreitender Praxis mitsamt allen erstrebenswerten Eigenschaften ein, wie etwa Mitgefühl, Geduld, Einsicht, Gelassenheit und loslassen von Dingen die wir unbedingt wollen oder rigoros ablehnen. Stufenweise beginnt die neue Prägung mit heilsamen Qualitäten, unseren Alltag zu transformieren.

Was bedeutet "Praxis"?

Praxis - insbesondere "formale Praxis" - bedeutet sehr vereinfacht, dass man sich mit einem bestimmten Übungstext hinsetzt und ihn rezitiert. Das Setting - entweder allein oder in einer Gruppe - wiederholt sich zuverlässig und bildet eine Grundlage für Vertrauen und Erfahrung.
Diejenigen die das Glück haben, in einer Gruppe (einem Sangha) üben zu können, berichten oft von Motivationsschüben und raschen Fortschritten.


Woran lese ich meinen Erfolg ab?

Es gibt Zeichen dafür, dass du richtig übst und die angestrebten Resultate sich dadurch einstellen:
Zu Beginn wirst du dich vielleicht einfach mal langsam ans aufrechte Sitzen gewöhnen. Dann wirst du merken dass die Textteile, die auf Tibetisch rezitiert werden, sich zunehmend vertrauter anspüren. Nach der Praxis fühlst du dich zumeist erfrischt und in Hochstimmung, und die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Im Alltag bemerkst du (und auch deine Umgebung!) dass du weniger leicht aus der Fassung zu bringen bist, milder in deinen Urteilen und freundlicher in deinem Umgangston. Du verzeihst dir selbst und anderen die alltäglichen kleinen und größeren Stolperer; du drängst dich niemandem auf, musst nichts beweisen, und die Menschen fühlen sich wohl in deiner Nähe.
Wenn etwas ganz anders ausgeht als erhofft oder erwartet, bleibst du offen und interessiert, statt in Verteidigungs- oder Angriffstellung zu gehen. Die natürliche Güte, die in dir wohnt, bekommt so mehr Raum und kann sich dadurch immer mehr vertiefen.
Wenn du nach mehreren Monaten konsequenter Praxis keine Resultate feststellen kannst, so läuft entweder etwas schief mit der Durchführung deiner Übung oder diese konkrete Praxis ist nicht optimal für dich.